Richtig Entscheidungen treffen – eine Kultur für dein Team

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Häufig wünschen sich Mitarbeiter von ihren Vorgesetzten, dass sie ihnen eine Entscheidung abnehmen, die sie eigentlich besser selbst treffen sollten. Wenn sich in einem Unternehmen die Haltung entwickelt, dass Entscheidungen konsequent nach oben delegiert werden, steht die Führung irgendwann vor einer unübersichtlichen Flut an Optionen, Möglichkeiten und Chancen. Hier noch rechtzeitig richtige Entscheidungen zu treffen, ist fast unmöglich. Wenn du diesem Szenario als Führungskraft entgehen willst, kannst du gezielt für eine bessere Entscheidungskultur in deinem Team sorgen.

In meinen Teams haben die folgenden 3 Maßnahmen für eine bessere Entscheidungskultur enorm geholfen, Entscheidungen nicht nur besser zu treffen, sondern auch bessere Entscheidungen zu treffen.


 

1. Zurück an den Absender!

In einer komplexen Welt sollten Entscheidungen möglichst (zeit-)nah an der Lebenswirklichkeit derer getroffen werden, die von der Entscheidung betroffen sind. Dort liegen das benötigte Wissen und die Motivation für eine ausreichende Abwägung der Entscheidung.

Die Zeiten des einsamen Kapitäns auf der Brücke, der all Entscheidungen trifft, sind lange vorbei.

Hilf deinen Mitarbeitern zu verstehen, in welchem Rahmen sie Entscheidungen treffen dürfen und statte sie mit guten Kriterien aus, dann wirst du insgesamt bessere und schnellere Entscheidungen in deinem Verantwortungsbereich bekommen.

Bist du der Meinung, eine Entscheidung wird besser von dem Mitarbeiter getroffen, der sie von dir verlangt? Dann gib sie zurück an ihn. Falls nötig kannst du ihn durch die Leitfragen für gute Entscheidungen führen und ihm helfen, die Entscheidung selbst zu treffen. Oftmals wird Mitarbeitern dabei die richtige Entscheidung sehr schnell bewusst und es braucht dich gar nicht mehr als Entscheider.


2. Die Entscheidungsvorlage

Für Entscheidungen, die über deinen Schreibtisch laufen müssen, kannst du in deiner Abteilung eine Mustervorgehensweise etablieren, die für Transparenz und optimalen Wissensfluss sorgt. Ein Modell ist die Entscheidungsvorlage – sie dient dazu, dich als Entscheider mit den Informationen zu versorgen, die du für eine gute Wahl benötigst und nur von deinen Mitarbeitern erhalten kannst. Du wirst also über die möglichen Szenarien und Ziele informiert, erhältst Kriterien und eventuell sogar eine gute Empfehlung – am Ende musst du nur noch „entweder, oder!“ sagen.

Der Einsatz einer Entscheidungsvorlage macht nicht nur die deine Arbeit leichter, auch deine Mitarbeiter gewinnen, indem sie ihre Empfehlungen einbringen und ihr Wissen dazu nutzen, die beste Wahl für jeden in der Abteilung vorzubereiten. Das spart Zeit, Arbeitskraft und Nerven. Passe die Vorlage an die Bedürfnisse deiner Abteilung an. Das wichtige ist, dass du sie konsequent anwendest, um einen klaren Workflow zu garantieren. Mit der Zeit wirst du bemerken, dass dank der Vorlage nicht nur besser entschieden wird – die Einstellung gegenüber einer Entscheidungsfindung wird sich in deinem Team auch stark ins Positive ändern.

Die wesentlichen Elemente einer Entscheidungsvorlage sehen so aus:

a. Management Summary

Die Management Summary ist der Hauptbestandteil einer Entscheidungsvorlage. Sie liefert dir kurz, knapp und auf den Punkt gebracht eine Zusammenfassung der Entscheidung, die von dir getroffen werden muss. Im Wesentlichen gibt sie überblicksartig Antworten auf die folgenden Kernfragen:

  • Worum geht es genau?
  • Welche Entscheidung ist zu treffen und warum?
  • Welche Optionen gibt es?
  • Nach welchen Kriterien wurden diese Optionen beurteilt?
  • Welche dieser Optionen wird empfohlen und warum?
  • Welche Konsequenzen sind mit der Entscheidung verbunden?

b. Darstellung des Problems

In diesem Abschnitt wirst du von deinem Mitarbeiter ganz konkret in die Thematik eingeführt. Warum ist die Entscheidung erforderlich? Welche Problemstellung liegt zugrunde?

c. Ziele und Nutzen

Hier steht der Effekt der Entscheidung im Fokus. Als Führungskraft wird dir vor Augen geführt, welchen Nutzen und welche konkreten Ziele die vorgeschlagenen Maßnahmen des Mitarbeiters haben. Was wird besser, mehr, einfacher, schneller, wenn du dem Vorschlag zustimmst?

d. Entscheidungsvorschlag

In diesem Teil der Entscheidungsvorlage macht dein Mitarbeiter klar, welche Option für ihn als Experte des Themas am sinnvollsten ist. Dafür geht er auf die einzelnen Handlungsoptionen ein und begründet die in seinen Augen beste Wahl.

e. Fazit und Empfehlung

Hier wirst du über die konkrete Umsetzung der empfohlenen Entscheidungsvariante informiert: Welche Kosten entstehen, welcher Personaleinsatz ist nötig, was sind die nächsten Schritte?


3. Eine Entscheidung endet nicht mit deinem Entschluss

Wenn du in deinem Team eine gute Entscheidungskultur einführen willst, ist die klare Kommunikation deiner Entschlüsse eine absolute Priorität. Es liegt in deiner Verantwortung, für Transparenz zu sorgen. Damit umgehst du nicht nur Missverständnisse und Fehler („Das hat mir aber niemand gesagt!!“), sondern sorgst auch für Verbindlichkeit gegenüber der Entscheidung bei jedem einzelnen.

Im optimalen Fall werden in eurer Abteilungen Entscheidungen verbindlich dokumentiert, sodass sie jederzeit herangezogen werden können, wenn sie benötigt werden.

Zusammenfassend kannst du in deinem Team die folgenden 3 Maßnahmen angehen, um für Klarheit und Struktur in Entscheidungsprozessen zu sorgen:

  • Entscheidungen an der Quelle treffen
  • Entscheidungsvorlagen für besseren Informationsfluss
  • Klare Kommunikation und Dokumentation

In meinem Team haben die Maßnahmen zu einer wesentlich mutigeren Haltung in Bezug auf Entscheidungen beigetragen. Ich würde sogar sagen, dass durch ihre konsequente Umsetzung weniger falsche Entscheidungen getroffen werden. Außerdem ist mir durch die verbesserte Entscheidungskultur ein erheblicher Shift in der Motivation meiner Mitarbeiter aufgefallen.

Falls du Teil 1 der Entscheidungs-Reihe in unserem Blog noch nicht kennst, lohnt sich ein Klick hierauf.


Richtig Entscheidungen treffen – die 4 Fragen
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